In ihrer Ausstellung BLOW UP präsentiert die Kölner Künstlerin Claudia Grünig inszenierte Fotoarbeiten, die mit unserer Erwartung an Fotografie als dokumentarisches Medium brechen. Basierend auf ihrer Herkunft von der Malerei nutzt Grünig das Medium als Materialpool für digitale Neuschöpfungen, indem sie einzelne Bildelemente aus ihren Ursprungsmotiven löst und in einer fiktiven, surrealen Faktizität neu verortet.
Ihre Fotoarbeiten zeigen Protagonistinnen in fragilen Räumen und bizarren Narrativen, die sich einer eindeutigen Dekodierung entziehen. Die hohe ästhetische Brillanz ihrer Arbeiten fungiert dabei als verführerisches Moment, das bei näherer Betrachtung Risse offenbart. Hinter der makellosen Oberfläche verbergen sich oft unheimliche, unkalkulierbare Abgründe, in denen die Fragilität menschlicher Habitate offenbar wird. Damit nivelliert die Künstlerindie Grenze zwischen Wahrheit und Erfindung und führt uns vor Augen, dass Wirklichkeit eine zutiefst subjektive Konstruktion ist.
Text: Peter Falk, Mai 2026
Hier gehts zur Vita der Künstlerin:
https://claudia-gruenig.jimdofree.com/vita/