AKTUELLE AUSSTELLUNG

„petal / stair / day“  NAOKO MATSUMOTO


NAOKO MATSUMOTO

 

Diese Ausstellung im Kunstverein Schallstadt verdankt sich einer glücklichen Allianz zwischen Klaus Merkel, seiner Tätigkeit in Münster als Professor für Malerei und Naoko Matsumotos Studium dort. Die 1987 in Japan geborene Künstlerin wurde schon 2018 vom Kunstverein in der Klasse von Klaus Merkel entdeckt und für eine Ausstellung ausgewählt.

 

Die Einladung an Naoko Matsumoto in Schallstadt im Kunstverein auszustellen ist inzwischen eine eigene Geschichte. Ein Weg von etwa vier Jahren mit Corona-Inzidenzen und anderen Ungewissheiten, einer wunderbar wuchernden Mail-Korrespondenz, immer von Naoko Matsumotos Willen begleitet zwischen den Welten arbeiten zu wollen und hier etwas zu zeigen. Endlich. Aus der geplanten Ausstellung ist ein einmaliges Unterfangen geworden, das die Künstlerin beharrlich von Japan aus für Schallstadt weitergetrieben hat und das sie in ihrem Kopf bereits „Realität“ werden ließ. Der Kunstverein Schallstadt ist mehr als glücklich diese Arbeit in einer Residency begleiten zu können, die Ausstellung zu präsentieren und einen Katalogheft dazu beisteuern zu können. Aus der anfänglichen Einladung ist ein Programm geworden.

 

Naoko Matsumoto begründet ihre Arbeit in der körperlichen Wahrnehmung des Malvorgangs. Was geschieht vor dem Malen, was geschieht während des Malens und was danach? Der Fluss der Ereignisse ist schnell. Form braucht Zeit. Ständige Befestigung der Motive, Denken im Bild und im Material. Was kann Kunst ? Kurz gesagt ist alles, was NM in die Hand nimmt, von einer sensiblen Wahrnehmungsprüfung begleitet. Die Beobachtung der Wirklichkeit erfährt in ihren Bildern, Objekten und Zeichnungen eine hohe Konzentration, eine seltsame Verdichtung, bis eine Reduktion entsteht, das Mindestmaß an Form,  das ein Bild für sie zum Bild werden lässt. Sie nennt das in Anlehnung an Luis Borges "aktive Ästhetik“, die "die Welt zum Instrument macht“ und nicht bloß ihr „Spiegel“ ist. Konzentrationen, die sie im Film bei Robert Bresson oder Straub-Huillet findet, in der Malerei bei Giorgio Morandi, Raoul de Keyser oder Richard Tuttle. Die Frage des Wie-Findens ist dabei ebenso wesentlich wie das Ergebnis, die Frage ist Antrieb für Auge und Hand. Ihre Bilder sind nicht spektakulär - intensiv sind sie immer.  Alles ist auf das Notwendigste reduziert und klar. Die Materialien sind einfach, alles hat Wert.  

Vita

1987    geb. in Japan

2012    B.F.A. Oil Painting Department, Tama Art University, Tokyo

2018    Scholarship student in der Klasse Prof.Klaus Merkel  University of Fine Arts Münster, Münster

Ausstellungen und Preise 

2021    Group show "Winter show" KOKI ARTS, Tokyo

2019    Group show "Azamino Contemporary Vol. 10: Reality in a Square" Yokohama  Civic Gallery Azamino, Kanagawa

2017    Grand " the program of Overseas Study for Upcoming Artists "sponsored by the Agency for Cultural Affairs, the Japanese government

2015    Group show “An open place.A quiet place.A stimulating place.” International forum, Tokyo

2012    “Fukuzawa Ichiro prize” by Tama Art University